Du sollst keine anderen Götter neben dir haben

Das Buch zeigt eine Perspektive der Befreiung, der Hoffnung und der Spiritualität bei zentralen Themen wie Materialismus, Erleuchtung, Hellsichtigkeit, Geistiges Heilen, Beten, Negatives Denken, Sterbehilfe, Wissenschaft und bei weiteren aktuellen Fragen. Bei der Schaffung der Welt im alttestamentlichen Schöpfungsmythos befürchtete der göttliche Schöpfer, die Menschen könnten gottähnlich werden und er bedrohte Adam und Eva mit dem Tode, wenn sie sich Einsicht in die Natur von Gut und Böse verschaffen würden. Doch Luzifer, der Lichtbringer, klärte die Menschen auf, sie würden nicht sterben. Luzifer zeigt den Menschen den Weg zur Erkenntnis, welche die Menschen in neuer Zeit immer gottähnlicher macht. Noch nie in der Geschichte der Menschen war es so notwendig wie heute, unsere Welt ständig neu zu erkennen und neu zu schaffen. Immer weniger Menschen können sich der Grenzerfahrung entziehen, Entscheidungen zu treffen, die früher Gott oder der Natur überlassen wurden, wie über den Beginn und das Ende des Lebens. Der globale Zusammenschluss der Menschen ist Teil dieser Entwicklung. Er zeigt die Grenzen und Widersprüche der tradierten Religionen im individuellen Leben ebenso wie gesellschaftlich weltweit. Die geistige Freiheit der Menschen hat die Tendenz, sich auch in der materiellen Welt auszubreiten und die Geistigkeit der Materie aufleuchten zu lassen.

Elemente einer globalen Spiritualität
  1. Abschied vom Allmächtigen
  2. Erleuchtet bist du schon
  3. Unsichtbare Welten
  4. Materialismus tut allen gut
  5. Du sollst negativ denken
  6. Versöhne dich mit Hitler
  7. Bete, bestelle oder lass es bleiben
  8. Befreie den Freitod
  9. Gib dem Zufall eine Chance
  10. Wer Heilung braucht, soll heilen
  11. Ehrliche Lügen
  12. Gottes Söhne

Ein Vorwort ist eine überflüssige Zeitverschwendung für Schreiber und Leser, lernte ich in meiner Jugend. Doch nicht alles, was einmal richtig war, bleibt gültig. Für vieles in unserem Leben gibt es ein Verfalldatum. Und Lebewesen sterben aus. Das ist mit den Dinosauriern geschehen. Dinos sind ein Symbol für manches, das über Jahrtausende bis Jahrmillionen mächtig und dominant war und schliesslich untergehen musste, weil die Bedingungen sich geändert haben. Auch Ideen und Überzeugungen verlieren unter veränderten Bedingungen oft ihre Gültigkeit. So ist auch der patriarchale Schöpfer- und Herrschergott, wie er rechts auf dem Cover zu sehen ist, zu einem geistigen Dino geworden. Seine Zeit ist abgelaufen, wie dies entsprechend auch für die anderen Religionen gilt. Er ist nicht allein. Und der irdische Dino auf dem Cover leistet ihm Gesellschaft. Die Sternhaufen oder Galaxien, die auch diesen irdischen Dino tragen und erleuchten, liebe ich besonders. Dino und Galaxien erinnern an die Entstehung des Universums und an die Evolution des irdischen Lebens. Vorgänge, über die man in göttliches Staunen geraten kann. Menschen, die das Cover dieses Buches gesehen haben, fühlten sich angesprochen und stellten Fragen. Keine anderen Götter? Ist der Mensch ein Gott? Spiritueller Atheismus, ist das nicht ein Widerspruch? Es soll mindestens viertausend verschiedene Religionen geben auf dem Globus, und vermutlich etwa so viele verschiedene Götter. Wenn du einen Gott anerkennst oder wenigstens für möglich hältst, so bist du trotzdem Atheist gegenüber mehr als 99.9% aller anderen, von Menschen verehrten und angebeteten Götter. Und fast möchte man sagen, die Götter seien ja auch nur Menschen. Es ist verständlich, dass sie und ihre Anhänger rivalisieren, sich gegeneinander abgrenzen, eine eigene Identität verteidigen und manchmal sogar die Macht übernehmen möchten mit allerhand Regeln und Geboten. Das ist gar nicht so einfach: Gegenüber mehr als viertausend anderen eine eigene Identität definieren und verteidigen! Eine anerkennungswerte Leistung. Aber nicht mehr hilfreich für die anstehenden Schritte der weiteren globalen Vernetzung und Zusammenarbeit von uns Menschen. Wir haben grosse Probleme mit diesen verschiedenen göttlichen Identitäten und ihren übereifrigen Anhängern. Wenn du dich und alles andere aber als göttlich sehen kannst, so wie ich dich, mich und alles andere als göttlich sehe, beleidigst du direkt keinen der viertausend. Mit dieser geistigen Freiheit können wir uns aktiv für die weiteren Schritte der weltweiten Verständigung und Solidarisierung und für die weiteren Schritte der Evolution einsetzen. Das wird gewaltige, segensreiche Kräfte frei machen. Das verstehe ich unter spirituellem Atheismus. Aber hoffentlich bist du jetzt gespannt, verschiedene Aspekte davon im Buch kennen zu lernen. Dazu wünsche ich anhaltenden Lesespass! Dezember 2009, Jakob Bösch

Für meinen Vater Das Faszinierende am Verrat des Judas ist seine Notwendigkeit im neutestamentlichen Handlungsablauf. Die kunstvolle Dramatik vom Opfertod des Jesus wird auch von modernen Drehbuch- und Krimiautoren kaum übertroffen: Gott hatte sich in eine Sackgasse hineinmanövriert. Die PR –Schlacht um Adam und Eva im Paradies war mit deutlichen Vorteilen für seinen Gegenspieler Luzifer ausgegangen. Sein wichtiger Gesandter Moses und dessen Nachfolger, denen er einen Grossteil seiner mehr als 600 Gebote suggerieren konnte, hatten ein Israel geschaffen, das entgegen den Erwartungen kein Weltreich geworden war, aber in ständigem Streit mit Weltmächten wie Ägypten, Babylon oder Rom stand. Zwar hatten seine irdischen Deputierten, die Priester, Pharisäer und Schriftgelehrten das kleine Völklein mit den grossen Ambitionen einigermassen im Griff. Doch seine Konkurrenten aus dem römischen Vielgötter-Himmel hatten in seinem Stammland Fuss gefasst. Der religiöse Übernahme-Kampf war schon in Sichtweite und von einer Fusion mit dem deutlich lustvolleren Konzept der vielen Götter aus Rom konnte sich Jahwe nichts Gutes versprechen. Ausserdem wollte er von seinem Image des eifersüchtigen und machthungrigen Herrschergottes, das er früher gepflegt hatte, abrücken. Eine neue PR-Kampagne war angesagt. Eine geniale Idee schien, seinen eigenen Sohn als Werbeträger zu promoten, der das von Moses geprägte Gottesbild modernisieren sollte. Doch die Sache lief nicht wunschgemäss. Jahwes gut organisiertes Bodenpersonal, die Priester und Pharisäer, wollten von einer Modernisierung nichts wissen. Sie hassten das neue Leitbild, das Jesus ihnen schmackhaft machen wollte. Sie hielten nicht viel von modernistischer Qualitätsverbesserung wie Abschaffung der Steinigung oder Relativierung der mosaischen Gesetze durch das Leitbild der Liebe. Kurz, die etablierte irdische Gottes-Crew und der neue Werbeträger lagen sich dauernd in den Haaren. Es drohte ein langes, zerstörerisches Rivalisieren mit den entsprechenden Imageschäden. Jahwe sah einen Ausweg. Es ging darum, seinen neuen Botschafter Jesus aus der Schusslinie zu nehmen, ohne die ganze Kampagne scheitern zu lassen. Bei den schrecklichen Ängsten der Menschen vor dem Sterben, die er selber zur Festigung seiner Macht früher mit Höllendrohungen verstärkt hatte, war die Überwindung des Todes die ultimative Werbebotschaft. Doch sein Gesandter würde diese Botschaft nur überzeugend zu den Menschen bringen können, wenn er selber den Todesprozess durchgemacht hätte. Also musste er zuerst sterben, um den Tod überwinden zu können. Selbstmord aber hätte der ganzen Kampagne geschadet und seine Stellung geschwächt, da er selber ja das Selbstmord - Verbot erlassen hatte. Also musste Gottes Sohn sterben, ohne Selbstmord zu begehen. Er musste umgebracht werden. Jesus verstand es gut, seine Widersacher bis aufs Blut zu reizen und sie zu Todfeinden zu machen. Doch eine wirklich gelungene Dramaturgie brauchte einen Verräter aus dem engsten Vertrautenkreis. Ernsthaft in die engere Wahl kamen nur seine zwölf Jünger. Eine Frau hätte das ganze Unternehmen ins Lächerliche gezogen. Ausserdem waren die Frauen damals sowieso diskriminiert. So eine Geschichte hätte sie zusätzlich dämonisiert. Als Jesus diese Gedanken seines göttlichen Vaters in sich wahrnehmen konnte, gab er sie alsbald an seine Jünger weiter. Grosse Betroffenheit machte sich breit. Zuerst meldete sich Johannes. „Ich bin dein Lieblingsjünger, das wäre doch wirklich allzu krass“, meinte er. Petrus hingegen argumentierte, er sei ja als sein und seines Vaters Stellvertreter auf Erden vorgesehen, er der Fels, könne nicht gleichzeitig der Verräter sein. Jeder fand irgendeinen Grund, um seine eigene Wichtigkeit zu betonen, die ihn als Verräter nicht in Frage kommen liess. „Wollt ihr alle meinen Auftrag verraten und mich in meiner schweren Aufgabe allein lassen? Will niemand mein Verräter sein?“, beklagte sich Jesus. Die Jünger wollten ihn überzeugen, man könne diesen Part ohne Schaden auslassen. Die Priesterkaste würde ihn auf jeden Fall finden und umbringen. Doch Jesus blieb fest: „Die Schrift muss erfüllt werden“ (Joh. 13.18). Er würde nicht nachgeben, bis einer der Jünger bereit wäre, die Verräterrolle zu übernehmen: „Einer von euch wird mich verraten!“ (Joh.13.22), sagte er kurz und klar. Ratlosigkeit und Betrübnis machten sich breit. Judas hatte bis dahin geschwiegen. Er war nicht sonderlich geachtet im Kreis. Dass er die Kasse führte, minderte sowieso schon seinen Status. Verglichen mit den Auserwählten wie Johannes oder Petrus war er echt eine graue Maus. Sein Selbstbewusstsein war nicht gross genug, als dass er sich hätte vorstellen können, in Gottes Plan diese Schlüsselrolle zu übernehmen. Elf geliebte und treue Jünger waren auserwählt, aber irgendwie austauschbar. Aber nur ein Verräter war vorgesehen. Würde dieser abspringen oder versagen, wäre das ganze Erlösungswerk gefährdet und das Drama könnte nicht nach den Prophezeiungen zu Ende geführt werden. So hatte Judas die Worte seines Meisters verstanden. Aber er, der sich noch nie hervorgetan hatte, ausser dass er sorgfältig die Kasse verwaltete? Er, der zu schüchtern war, um Jesus zu fragen, ob er wie die anderen von ihm geliebt sei? Er, der kaum einen Priester oder Pharisäer anzuschauen wagte, wenn wieder ein Streit im Gange war? Wäre er überhaupt fähig, die Rolle des Verräters erfolgreich auszuführen??Doch während Judas so hin und her dachte, spürte er plötzlich die Augen des Meisters auf sich. Judas wagte kaum, den hoffnungsvollen Blick seines geliebten Jesus zu erwidern. Doch urplötzlich spürte er: Ja, ich tue es für DICH, mein innigst geliebter Jesus! Ich tue es für das Erlösungswerk von dir und deinem Vater. Es ist der einzige wirkliche Dienst, den ich in dieser Gemeinschaft vollbringen kann. Nur wenn ich bereit bin, der Verräter zu sein, kann Jesus zum Christus werden und alle meine elf Kollegen können in ihrer Heiligkeit erstrahlen. Für IHN bin ich bereit für die Rolle des Bösen, bereit für die Rolle des Verräters, jubelte es in ihm. Er ahnte zwar, er würde viel Hass auf sich ziehen. Doch er war überzeugt, der himmlische Vater, an den er durch Jesus richtig zu glauben angefangen hatte, würde die schützende Hand über ihn halten. Doch noch war Unsicherheit in ihm. „Bin ich’s Rabbi?“ (Math. 26.25), fragte er. „Du bist es!“, bestätigte Jesus, der wieder Mut gefasst hatte, ganz erleichtert. In des Judas Herzen explodierte die Liebe für seinen Meister. Jesus sagte nur: „Was du tust, das tue bald!“ (Joh. 13.28). Die anderen Jünger hatten gar nicht so richtig mit bekommen, was zwischen den beiden gelaufen war. Sie waren überzeugt, wer den Meister verrate, müsse zuerst vom Teufel besessen werden. Doch Jesus brach ein Stück vom Abendmahlsbrot, tauchte es in die Schüssel und gab es dem Judas: „Ich habe dich immer genau so geliebt wie die anderen. Du konntest es nur nicht glauben, weil du dich selber nicht geliebt hast. Weil du doch noch an den richtenden Herrschergott glaubtest, konntest du dein Herz nicht wirklich öffnen und die Liebe strahlen lassen. Doch deine Bereitschaft, die Rolle des Bösen auf dich zu nehmen und von den Menschen ausgestossen zu sein, zeigt die Liebeskraft in dir. Sie übertrifft an Stärke die aller Heiligen und Asketen, die immer die Liebe und die Verehrung der Menschen als Belohnung erhalten, die immer zu den Gerechten Gottes gehören. Du wirst nicht zu den Gerechten vor den Menschen gehören, aber zu den Liebenden. Du hast mich besser verstanden als die meisten anderen. Wir sind vor den Menschen sehr verschieden, aber im Herzen am ähnlichsten. Du bist bereit für den Himmel!“ Judas war wie in Trance. Er versuchte, seine Angst vor den Priestern zu überwinden und machte sich auf den Weg. „Ich tue es für IHN, ich tue es für IHN“, musste er sich auf dem ganzen Weg sagen, damit er nicht wieder angstvoll umkehrte. Irgendwie wurde ihm noch klar, dass er für die Geschichtsbücher einen glaubhaften Grund für seinen Verrat finden musste. Ich kann ihn verkaufen, ich bin ja sowieso der Kassier, dachte er bei sich und schon war sein Entschluss gefasst. Er wollte ein glaubwürdiger Verräter sein. Wie im Traum hörte er sich keck zum Hohepriester sagen: „Ich verrate ihn nur, wenn ihr mir dreissig Silberlinge bezahlt“. Das Geschäft war gemacht. Nachdem Jesus im Garten aufgespürt war, fand Judas wie selbstverständlich den Mut, ihn zu küssen. Wie lange hatte er sich nach so einem Kuss gesehnt! Etwas, was für die anderen Jünger selbstverständlich war, nämlich den Meister zu küssen, hatte er bisher nie gewagt. Obwohl Judas Kassier war, hatte er sich nie sehr viel aus Geld gemacht. Nach Jesu Verhaftung gab Judas das Geld den Priestern zurück. Er hatte die Rolle von Anfang an nicht für Geld übernommen, sondern für seinen Meister, für das Erlösungswerk. Doch als er allein war, begannen ihn wieder Zweifel zu beschleichen. Er war immer der Geringste unter den Aposteln gewesen. War er wirklich für diese Rolle gewählt worden? Hatte er des Jesu Bitte richtig verstanden? War denn das Böse wirklich notwendig, damit das Gute leuchten konnte, wie Jesus ihm erklärt hatte? Seine Zweifel drohten, sein Herz wieder zu verdunkeln. Doch dann brach die Liebe zu seinem Meister noch stärker wieder durch, als er hörte, dieser sei am Kreuz gestorben. Aber auch seine Sehnsucht und seine Not brannten in ihm. „Jesus! Jesus!“ rief er, „ich habe nur noch dich. Ich bin von allen verachtet und gehasst. Ich weiss nicht, ob ich die Rolle des teuflischen Bösewichts auf dieser Erde noch länger durchhalte. Ich habe mir zuviel zugemutet, als ich auf deine Bitte hin einwilligte. Ich war gar nie stark, ich war immer feige!“ Der Schmerz war übermächtig. Judas glaubte, innerlich zu verbrennen. Überall war Schmerz, im Herzen, im Bauch, im Kopf, in den Gliedern. Er hatte nicht mehr die Kraft, sich auch nur ein bisschen dagegen zu wehren. Doch dann glaubte er, des Meisters Stimme zu vernehmen. Er hörte wieder die Worte, die Jesus ihm beim Abendmahl gesagt hatte. Er werde nicht zu den Gerechten gehören, aber zu den Liebenden. Er habe ihn, den Meister besser verstanden, als die meisten anderen. Sie wären vor den Menschen verschieden, aber im Herzen am ähnlichsten. Er sei bereit für den Himmel. „Du bist bereit für den Himmel. Du bist bereit für den Himmel. Du bist bereit für den Himmel“, hörte er unablässig des geliebten Meisters Stimme. Alles wurde gleissend hell. Der Schmerz war weg. Alles in ihm war voller Licht. Alle Angst war gewichen. Er entknotete den Strick um sein Gewand und befestigte ihn am nächsten Baum. Seinen Kopf in die Schlinge zu stecken, kostete ihn nochmals Überwindung. Doch das Licht und die Sehnsucht waren unermesslich! Es gelang!?Petrus hatte ja damals seinen krisensicheren Job an der Himmelstür noch nicht angetreten. Judas kam direkt vor des Vaters Thron. Dieser lächelte ihn gütig an und sagte nur: „Kommst du endlich. Mein anderer Sohn ist schon eine Weile hier“. Erst da bemerkte Judas, dass das, was er für eine Sonne gehalten hatte, sein geliebter Meister Jesus war.